Wie, warum und wofür etwas entstanden ist, erzählt viel darüber, was es ist. Deshalb gibt es hier anlässlich des 14. Jubiläums der Gründung des Labors für Kulturtransformation einige wesentliche Elemente zum nachlesen. 

 

Am Anfang war der Lebenskreis

 Im Verein Lebenskreis fanden sich Menschen, die selbstorganisierte, selbstbestimmte Bildung leben wollten. Es war ein genialer Rahmen zum Ausprobieren und mehr als ein Vorgeschmack darauf, wie ein „Zusammenspiel in Freiheit“ aussehen kann. Höhepunkte war die Open-Space-Wochenenden im Schloss Wetzlas, die ich über Jahre hinweg mitgestaltet und „gehostet“ habe. Die „Open Space Technology“ von Harrison Owen passt wunderbar für effiziente Selbstorganisation und sie ist ein erprobtes Format für den Kulturwandel in Richtung selbstbestimmter Ko-Kreation.

Im Rahmen des Lebenskreis habe ich zudem meine Fähigkeiten als Seminarleiter immer weiter entwickelt, mit dem Format des „Heilenden Spielens“, das ich über viele Jahre angeboten habe. Der „Breaking Point“ des Lebenskreises war die aufgehende Polarität von Geld verdienen und Professionalisierung mit der Berufung versus Gemeinschaft in der Freizeit. Das ist eine systemische Frage, die mir als Prozessbegleiter und Organisationsberater immer wieder begegnet. Im Lebenskreis wurde ein Impuls von mir fruchtbar, nämlich der, ein Magazin für den Wandel herauszubringen:

TAU – das Magazin für Barfußpolitik

 TAU ist direkt aus dem Lebenskreis hervorgegangen – der Verein wurde entsprechend umbenannt und das Gründungsteam – Christian Lechner, Elisabeth Koller, bald danach Stephi Pongratz und als Grafikerin Irmgard Stelzer brachte nach einjähriger Vorbereitungsphase im Herbst 2011 das erste Magazin heraus, das Projekte, Perspektiven und Geschichten für die Transformation unserer Kultur sammelt und gestaltet. Etwa zehn Jahre war ich als Co-Herausgeber und inhaltlicher Leiter maßgeblich beteiligt und ich bin glücklich, dass es mit TAU gut weitergeht. Die Erfahrungen, die ich hier gesammelt habe – von der komplexen Organisation über die Herausbildung einer stimmigen Teamkultur bis zu den Reflexionen und Interviews, was ein wirklich tiefgreifender Wandel hin zu einer lebensfreundlichen Kultur befördert – sind unglaublich reich und helfen mir bei meiner Tätigkeit als Moderator, Prozessbegleiter und Unternehmensberater ungemein!

 

1. 11. 2011 – Labor für Kulturtransformation und Art of Hosting

Das Erfahrene und Gelernte zur Verfügung zu stellen war der Gründungsimpuls für das Labor für Kulturtransformation: Wie können wir Menschen unsere eigene Entwicklung – übereinstimmend mit unserem Wesen – in eine fruchtbare Verbindung bringen mit dem, was wir beruflich oder in anderer Form in die Welt bringen wollen? Auf diesem Weg ergeben sich „logische Fügungen“, weil wir auf Resonanz stoßen. Deswegen fällt das erste Art of Hosting – Training in Österreich – noch dazu in meinem Herkunftsbundesland Vorarlberg – mit der Gründung meiner beruflichen Selbständigkeit zusammen! Art of Hosting – die Kunst des Gastgebens für wesentliche Gespräche – begleitet und unterstützt meine berufliche Tätigkeit seit diesem Zeitpunkt, sowohl als Host von AoH-Seminaren als auch in meinen Tätigkeiten als Moderator von Klausuren. Die Diensstelle, die die AoH-Trainings in Vorarlberg über viele Jahre organisiert hat, das Büro für Zukunftsfragen (später Büro für Beteiligung und Freiwilligenarbeit) wurde zu einem wichtigen Auftraggeber und ich habe das Team des Büros über viele Jahre supervidieren dürfen.

Der Kern meiner Arbeit – Manifestation und Kultur

Wie lässt sich ein Impuls manifestieren? Diese „Übersetzungsarbeit“ leiste ich für meine Unternehmung ebenso wie als Begleiter für die Unternehmungen anderer Menschen. Auch die beste Idee oder Vision braucht einen Verwirklichungsprozess – inklusive der Klärung von Fragen der Kooperationen, Finanzierung, Kundschaft und Zielgruppe. Diesen Prozess zu begleiten, dafür bin ich mit dem Labor für Kulturtransformation unterwegs. Und die Manifestation geht immer weiter, gerade in Zeiten des intensiven Wandels braucht es immer wieder Klärung, Ausrichtung, „informierte Entscheidungen“. Es ist so hilfreich, wenn Menschen klar ist, dass ein begleiteter bewusster Prozess und Raum hilfreich UND effizient ist. Oft aber „vergessen wir“ das und nehmen uns gerade in Zeiten von Druck und Hektik nicht die Zeit dafür. Ich erlebe es seit 14 Jahren wieder und wieder, wie erleichternd es ist, sich anstehende Themen mit Begleitung anzuschauenund dass es sich von „eigentlich haben wir jetzt keine Zeit dafür“ zu „das müssen wir unbedingt öfter machen“ wandelt.

Die Formate dafür sind Team-Supervision, Klausur-Begleitung, Inhouse-Seminar und Einzelbegleitung und finden sich alle auf dieser Seite.

Für wen diese Arbeit ist: Menschen, Felder, Unternehmungen

Die Menschen, Projekte und Unternehmen, die mir ihr Vertrauen schenken und meine Dienste in Anspruch nehmen – danke für die langjährigen Kooperationen ebenso wie die für Punktuellen, die Gegenwärtigen und Zukünftigen! Was für wunderbare Abenteuer, Co-Kreationen und Prozesse!

 

Eine Aufzählung der bisherigen Felder (mit Beispielprojekten)

  • ganzheitliche Unternehmen in IT und Gesundheitsbereich (sclable; Wiesenthal Frauengesundheitszentrum; Webhofer)
  • Wohnprojekte (Hasendorf, Auenweide, BROT Kalksburg, Altes Kloster)
  • Netzwerke für den Wandel (Soziokratie-Zentrum, Gewaltfrei Austria, Dialogfeld Geld Deutschland, Gemeinsam Wohnen im Alter)
  • Bildung (Diakonie Leitungskreis Bildung, KreaMont, Tankstelle, Freiraum Schule, Hort)
  • Kultur (Theater im Bahnhof, Stadtkino Wien, Vienna Filmschool, Offenes Wohnzimmer)
  • Sozialarbeit, Integration (Streetwork Tangram, Caritas Flüchtlingshilfe, Frauenhaus)
  • NGOs (Horizont 3000, attac, Sezionerie)
  • Verwaltung und Repräsentation (Büro für Zukunftsfragen, Bundesjugendvertretung)
  • Solidarische Landwirtschaft und Gemeinschaftsgärten (Ochsenherz, Gartenpolylog)
  • Arbeitsmarktpolitik (Arbeit plus, Hebebühne, Gesa, Trendwende)
  • Menschen in (beruflichen) Umbruchsituationen und/oder Führungsverantwortung (im Coaching und in Supervision)

Grundlagen, Quellen, Wurzeln

Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind gut aufwachsen zu lassen – so ähnlich ist es auch bei Unternehmungen! Es hat so vieles und es haben so viele mitgewirkt, damit das Labor für Kulturtransformation blühen und wirken kann – und seinerseits zum Blühen und Wirken anderer Projekte und Unternehmen beitragen kann.

An dieser Stelle eine unvollständige Aufzählung (neben den bereits erwähnten Feldern), voller Dankbarkeit:

  • Dialogarbeit / Council – all die Menschen, die eine neue alte Form des Miteinander kommunizieren ins Leben gerufen haben und pflegen
  • Psychodrama nach Jacob Levy Moreno und Aufstellungsarbeit allgemein
  • Tiefenimagination nach Steven Gallegos – die Verbindung zur inneren Welt als Quelle von Weisheit und ganz konkreter Informationen für Entscheidungen
  • die Männergruppe Yam, mit der ich über zehn Jahre lang am Weg war und so viel gelernt habe über Selbstorganisation und wahrhaftiges Sprechen und Sein
  • die Theaterarbeit, speziell die Zusammenarbeit mit Michael Schütz für das Kabarett „U5" und Improtheater (CliniClowns)
  • Collective Wisdom Coaching mit Markus Spitzer – das Erforschen der Frage, wie kollektive Intelligenz in Organisationen wirksam wird
  • die Dialogakademie in Pressbaum mit Eelco und Benno als Gründer, mit deren Haltung und Menschlichkeit ich mich sehr verbunden fühle
  • die Praxis des Nicht(s)tuns mit Jutta Niederstätter und dem Offenen Wohnzimmer
  • Rechtliche Grundlagen meiner Arbeit wie das Studium der Soziologie und Kommunikationswissenschaften, sowie das Gewerbe der Unternehmensberatung (Unternehmensorganisation) und Lebens- und Sozialberatung (i.A. unter Supervision)
  • natürlich meine Familie, meine Frau, meine Kinder, meine Eltern, die mich ermutigen und die Herausforderungen, die berufliche Selbständigkeit mit sich bringt mittragen.
  • meine Arbeit als Künstler und Schriftsteller und die unsichtbaren Helferwesen der gemeinsamen Schöpfungen
  • Und die gemeinsamen Unternehmungen, die sich in den letzten beiden Jahren aufgebaut haben, die Schnabelweide mit Stefan Tilg und dem ganzen Gastgeber*innen-Team, dort, das Büro für kollektive Friedenskultur mit Christian Hinterwallner und das Group Art Insitute mit Ilse Marschalek und Stefan Lirsch.